Gerichtsentscheidungen ermöglichen Rückerstattung von Nettoverlusten bei nicht lizenzierten Online-Glücksspielanbietern

Ein Artikel der Kanzlei Cocron beleuchtet anhaltende Gerichtsverfahren, die es Spielern ermöglichen, Nettoverluste von nicht lizenzierten Online-Glücksspielanbietern wie Tipico zurückzufordern, und zwar für Aktivitäten vor dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Das Oberlandesgericht Köln hat ein Urteil des Landgerichts Aachen vom 16. Januar 2026 bestätigt, das die Erstattung von etwa 25.600 Euro anordnet, weil die zugrunde liegenden Verträge unter dem früheren Verbot des GlüStV 2012 ungültig waren, und zwar während in Juni 2026 weitere Fristen für Verluste aus dem Jahr 2016 ablaufen.
Hintergründe zum GlüStV 2012 und seinen Auswirkungen
Der Glücksspielstaatsvertrag von 2012 untersagte den Betrieb von Online-Glücksspielen ohne entsprechende Lizenz in Deutschland, was dazu führte, dass Verträge mit Anbietern wie Tipico als nichtig galten, und zwar weil sie gegen geltendes Recht verstießen. Spieler, die in dieser Zeit Einsätze tätigten, konnten daher auf zivilrechtlicher Basis Rückforderungen stellen, während Gerichte die Ungültigkeit solcher Vereinbarungen feststellten und Anbieter zur Erstattung von Nettoverlusten verpflichteten. Diese Rechtslage hat sich in zahlreichen Verfahren bestätigt, und zwar durch Entscheidungen, die den Fokus auf die Schutzvorschriften des früheren Vertrags legten, wobei auch grenzüberschreitende Angebote betroffen waren.
Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom Januar 2026
Das Oberlandesgericht Köln wies die Berufung eines Anbieters zurück und bestätigte damit die Entscheidung des Landgerichts Aachen vom 16. Januar 2026, die eine Rückzahlung von rund 25.600 Euro vorsah, und zwar auf Grundlage der Nichtigkeit der Spielverträge unter dem GlüStV 2012. Dieses Urteil reiht sich in eine Serie von Entscheidungen ein, die Spielern ermöglichen, Verluste geltend zu machen, während die genaue Höhe der erstattungsfähigen Beträge von den individuellen Spielaktivitäten abhängt. Beobachter haben festgestellt, dass solche Fälle zunehmend vor höheren Instanzen verhandelt werden, und zwar weil Anbieter gegen Erstinstanzurteile vorgehen, was zu einer weiteren Klärung der Rechtslage führt.
Die bevorstehende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs
Der Europäische Gerichtshof wird am 16. April 2026 im Verfahren C-440/23 ein Urteil fällen, das die Rückforderung von Verlusten bei Online-Glücksspielen weiter beeinflussen könnte, und zwar indem es die Vereinbarkeit nationaler Regelungen mit EU-Recht prüft. Dieses Verfahren betrifft ähnliche Konstellationen wie die vorliegenden Fälle, während Experten darauf hinweisen, dass eine Entscheidung Auswirkungen auf laufende und zukünftige Klagen haben wird. Das Oberlandesgericht Köln hat in seinem Beschluss bereits auf diese anstehende Klärung Bezug genommen, und zwar um mögliche Wechselwirkungen zwischen deutschem und europäischem Recht zu berücksichtigen.

Verjährungsfristen und ihre Bedeutung bis Ende 2026
Die absolute Verjährungsfrist für Verluste aus dem Jahr 2016 endet am 31. Dezember 2026, was bedeutet, dass Betroffene bis zu diesem Zeitpunkt Ansprüche geltend machen müssen, und zwar um eine Verjährung zu vermeiden. Dies gilt unabhängig von der Kenntnis der Spieler über mögliche Rückforderungsrechte, während kürzere Fristen bereits früher ablaufen können. Die Kanzlei Cocron hebt hervor, dass 2026 ein entscheidendes Jahr darstellt, und zwar weil neben der EuGH-Entscheidung auch diese Fristen ablaufen, was Spieler dazu veranlasst, rechtzeitig rechtlichen Rat einzuholen. In der Praxis haben Gerichte bereits mehrere ähnliche Fälle entschieden, und zwar mit Fokus auf die Berechnung von Nettoverlusten nach Abzug von Gewinnen.
Auswirkungen auf Spieler und Anbieter
Spieler, die zwischen 2012 und 2021 bei nicht lizenzierten Anbietern aktiv waren, können unter bestimmten Voraussetzungen Erstattungen beantragen, und zwar durch Vorlage von Kontoauszügen sowie Spielprotokollen als Nachweis. Anbieter wie Tipico sehen sich mit einer wachsenden Zahl von Forderungen konfrontiert, während die Gerichte die zivilrechtlichen Folgen der früheren Rechtslage konsequent anwenden. Die Entscheidungen basieren auf der Annahme, dass die Verträge von Anfang an unwirksam waren, und zwar was zu einem Anspruch auf Rückzahlung der Nettoverluste führt. In Juni 2026 zeigt sich, dass die Fristabläufe und die EuGH-Entscheidung die Dynamik der Verfahren bestimmen, und zwar indem sie Spieler und Anbieter zu zeitnahen Schritten bewegen.
Schlussfolgerung
Die berichteten Entwicklungen verdeutlichen, wie Gerichtsentscheidungen und bevorstehende EuGH-Urteile die Rückforderungsmöglichkeiten für Verluste aus der Zeit vor 2021 prägen, und zwar durch die Bestätigung ungültiger Verträge sowie die Einhaltung von Verjährungsfristen. Die Kanzlei Cocron dokumentiert diese Vorgänge, während Spieler bis Ende 2026 handeln müssen, um Ansprüche aus dem Jahr 2016 zu wahren. Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom Januar 2026 steht exemplarisch für diese Entwicklung, und zwar in Verbindung mit dem Verfahren C-440/23, das weitere Klarheit schaffen soll.